“Der Begriff ”Reifengranulator“ kann je nach Verfahrensschritt unterschiedliche Maschinen bezeichnen. Das Reifenrecycling erfolgt üblicherweise in mehreren Schritten: Zuerst werden ganze Reifen in handliche Stücke zerkleinert, dann granuliert und Stahl und Fasern getrennt, und optional wird weiter zu Pulver vermahlen.
Die richtige Geräteauswahl hängt von Ihrem Zielprodukt, den Kontaminationsgrenzen Ihres Käufers und der maximalen Ausfallzeit ab, die Ihr Team für Verschleißteile tolerieren kann.
Kurzgefasste Erkenntnisse
- Definieren Sie zunächst Ihr Endprodukt (Chips, Gummigranulat oder Pulver).
- Bei Reifenproduktionsanlagen kommt es ebenso sehr auf die Trennung (Stahl + Faser) und die Siebung an wie auf den Granulator selbst.
- Planen Sie für Messerverschleiß, Siebwechsel und Staubbekämpfung ein; die Reifenbearbeitung ist eine abrasive Arbeit.
Wo der Granulator in eine Reifenrecyclinganlage passt
Die meisten Anlagen bauen eine Reifenrecyclinglinie als eine Abfolge von Schritten, nicht als eine einzige “Maschine”. Der Granulator ist in der Regel die Stufe, auf der von “förderbaren Stücken” zu “verkaufbarem Gummi” gelangt, denn dort werden die Stahlabtrennung, die Faserentfernung und die Partikelgrößenbestimmung wiederholbar.
| Bühne | Typische Ausgabe | Hauptziel | Üblicherweise verwendete Ausrüstung |
|---|---|---|---|
| Primäre Größenreduzierung | Chips | Ganze Reifen in handliche Teile zerlegen | Primärzerkleinerer, Förderbänder, Magnete (grob) |
| Sekundäre Größenreduktion | Kleinere Chips | Stahlfreisetzung erhöhen; Zufuhr zur Granulierung stabilisieren | Sekundärer Schredder/Raspel, Magnete |
| Granulation | Gummigranulat (grob bis mittel) | Partikelgröße kontrollieren; Stahlfreisetzung fortsetzen | Granulator, Siebe, Magnete, Luftzerlegung |
| Feingranulation + Fasertrennung | Reinigungskrümelgummi | Textilfasern entfernen; Größenverteilung verfeinern | Feingranulator, Siebe, Windsichter, Zyklone |
| Pulverherstellung (optional) | Gummipulver | Feinere Größen für spezialisierte Endmärkte | Mahlen/Pulverisieren, Staubabsaugung, engere Siebung |
Stufe 1: Primäre Größenreduzierung
Ziel: Ganze Reifen in Hackschnitzel verwandeln, die sicher transportiert und weiterverarbeitet werden können.
Typische Ausrüstung: – Reifenschredder – optionales Vorschneiden/Entwulsten für eine effizientere Zuführung
Stufe 2: Granulierung und Stahlfreisetzung
Ziel: die Größe des freigesetzten Stahldrahts mittels Magnetscheidung weiter zu reduzieren und ihn kontinuierlich zu entfernen.
Stufe 3: Feingranulierung und Faserentfernung
Ziel: Herstellung von saubererem Gummigranulat und Entfernung von Textilfasern durch Lufttrennung und Siebung.
Stufe 4: Pulverherstellung (optional)
Ziel: Herstellung von Gummipulver für spezifische Endmärkte, die dies erfordern, mit strengerer Staubkontrolle und höherer Prozessempfindlichkeit.
Typische Linienführungen und Optionen finden Sie auf den Seiten von Energycle zu diesem Thema. Reifenrecyclingmaschine und ein Reifengummi-Pulverisierungs- und Mahlsystem.
Was ein Reifengranulator wirklich beinhaltet (nicht nur das Schneidwerk)
Wenn Käufer “Granulator” sagen, stellen sie sich oft die Schneidkammer vor. Beim Reifenrecycling hängt das verkaufsfähige Produkt jedoch vom gesamten Modulstapel um den Granulator herum ab:
1) Schneidkammer, Messer und Sieb
Die Schneidkammer steuert die Partikelgröße und bestimmt, wie stabil die Maschine unter abrasiver Belastung läuft.
Käuferprüfung: – Optionen für die Lochgröße des Siebs und wie schnell sich die Siebe wechseln lassen – Messermaterial/Wärmebehandlung, Indexierung und Umrüstzeit – Zugänglichkeit für Reinigung, Messerwechsel und Inspektionen
2) Stahltrennung (mehrstufige Magnete)
Reifen enthalten Stahldraht (und manchmal Wulstkerne). Die Stahlentfernung erfolgt üblicherweise in mehreren Schritten, da die Freisetzung mit abnehmender Größe einhergeht.
Käuferprüfung: – Anzahl der Magnetabscheidungsstufen (Grob- und Feinabscheidung) – Art und Häufigkeit der Magnetreinigung – Position der Magnete im Materialfluss (vor/nach der Zerkleinerung der wichtigsten Partikelgrößen)
3) Faserentfernung (Luftzerlegung)
Die Entfernung von Textilfasern gewinnt mit zunehmender Krümelgröße an Bedeutung. Ein hoher Faseranteil kann die Verwendungsmöglichkeiten einschränken und den Preis mindern.
Käuferprüfung: – Art und Einstellbarkeit des Luftklassierers (Luftstromregelung) – Staubbehandlung und Zyklon-/Filterdimensionierung – Transport und Lagerung der Fasern (diese können sperrig und unordentlich sein)
4) Staubbekämpfung und Hauswirtschaft
Gummistaub stellt ein Problem für Qualität, Wartung und Sicherheit dar. Unzureichende Staubkontrolle führt zu Lagerwärme, Sensorausfällen, erhöhtem Reinigungsaufwand und Kundenreklamationen.
Wie man ein Granulatkautschukprodukt spezifiziert (damit Angebote vergleichbar sind)
Viele Angebote sind nicht vergleichbar, da “Gummigranulat” verschiedene Größen und Reinheitsgrade bezeichnen kann. Fügen Sie Ihrer Angebotsanfrage eine einfache Spezifikationstabelle hinzu.
| Spezifikationsartikel | Warum es wichtig ist | Was in der Angebotsanfrage definiert werden sollte |
|---|---|---|
| Zielpartikelgröße | Antriebssiebung, Rezirkulationslast und Durchsatz | Zielgrößenbereich und zulässiger Übergrößenanteil |
| Stahlgehaltsgrenze | Fördert die Magnetstrategie und die Produktakzeptanz | Zulässiger Verunreinigungsgrad von Stahl und Prüfverfahren |
| Grenzwert des Fasergehalts | Steuert die Marktakzeptanz von Krümeln und Pulver | Zulässiger Textilfaseranteil und dessen Messung |
| Erwartungen an Feuchtigkeit und Feinstaub | Betrifft Verpackung, Fördertechnik und Staubbekämpfung | Feuchtigkeitszustand (nass vs. trocken), Feinstaubdefinition und Staubabsaugungsbereich |
| Rohstoffart | Veränderungen des Verschleißes, der Stahlbelastung und des Durchsatzes | Pkw-Reifen vs. Lkw-Reifen; Größe des vorgeschredderten Materials; Absicht der Wulstentfernung; Annahmen zur Kontamination |
Wie Sie die richtige Stufe für Ihr Unternehmen auswählen
Fragen Sie: – Welche lokalen Märkte gibt es für die einzelnen Produktarten? – Welche Kontaminationsgrenzwerte setzen die Käufer durch (Stahl/Faser)? – Welche Genehmigungen und Umweltauflagen sind erforderlich (Staub/Lärm)? – Welche Wartungskapazitäten haben Sie für Messer und Siebe?
Wenn Sie sich nicht sicher sind, welches Produktniveau sinnvoll ist, sprechen Sie zunächst mit Käufern und gestalten Sie die Produktlinie dann um diese Zielgruppe herum.
Checkliste für die Beschaffung: Fragen an Lieferanten
Nutzen Sie diese Fragen, um Wissenslücken frühzeitig zu erkennen:
1) Wie sieht die garantierte Produktgrößenverteilung beim angestrebten Durchsatz aus und wie wird sie gemessen?
2) Welche Stahl- und Faserverunreinigungswerte kann der Lieferant bei vergleichbaren Anlagen nachweisen?
3) Welche Wechselintervalle für Messer und Sieb sind bei Ihrem Reifenmix (Pkw vs. Lkw) zu erwarten?
4) Welche Staubabsaugung und Luftaufbereitung sind im Angebot enthalten bzw. nicht enthalten?
5) Wie sieht der Wartungszugangsplan aus (Hebepunkte, Wartungstüren, Reinigungszugang)?
6) Wie hoch ist die installierte Leistung und in welchem kWh/Tonnen-Bereich ist bei der von Ihnen angestrebten Produktgröße zu erwarten?
Häufig gestellte Fragen (Fragen von echten Käufern)
Worin besteht der Unterschied zwischen einem Reifenschredder und einem Reifengranulator?
Der erste Schritt ist üblicherweise ein Schredder: Er zerkleinert ganze Reifen zu Granulat, damit das Material sicher transportiert und weiterverarbeitet werden kann. In einem Granulator wird typischerweise die Partikelgröße genauer kontrolliert und das Produkt gereinigt – insbesondere die kontinuierliche Entfernung von Stahl und Fasern. In der Praxis wählen Käufer die Granulierstufe je nach gewünschtem Produkt (Granulat, Krümel oder Pulver) und den von ihren Kunden vorgegebenen Grenzwerten für Verunreinigungen. Wenn Ihre Kunden Gummigranulat kaufen, benötigen Sie in der Regel zusätzlich zum Schneidwerk selbst eine Siebanlage sowie eine Stahl- und Faserabscheidung.
Was sollte ich zuerst angeben: Partikelgröße oder Reinheit (Grenzwerte für Stahl/Fasern)?
Geben Sie beides an, beginnen Sie aber mit dem, was Ihr Kunde ablehnt. Manche Abnehmer sind hinsichtlich der Partikelgröße tolerant, aber streng in Bezug auf Stahl- oder Faserverunreinigungen; andere sind umgekehrt. Die Partikelgröße bestimmt die Siebauswahl und den Durchsatz. Die Reinheit bestimmt die Anzahl der benötigten Trennstufen und den Umfang der Nachbearbeitung. Wenn Sie keine Grenzwerte festlegen, geben Lieferanten Annahmen an, und Sie erleben nach der Inbetriebnahme unangenehme Überraschungen. Ein praktischer Ansatz ist die Definition eines Zielgrößenbereichs, eines maximalen Überkornanteils und expliziter Grenzwerte für Stahl- und Faserverunreinigungen. Verlangen Sie anschließend einen Nachweis anhand eines Referenzfalls oder einer Materialprüfung.
Warum haben Reifengranulatoren oft mehrere Magnete anstelle eines großen Magneten?
Beim ersten Schnitt wird der Stahl nicht vollständig freigesetzt. Mit der Zerkleinerung der Reifen von Spänen zu Krümeln wird mehr Stahldraht freigesetzt, und die Stahlgröße ändert sich von großen Stücken zu feinen Fragmenten. Mehrstufige Magnete ermöglichen die Entfernung an verschiedenen Punkten im Prozess, was nachgelagerte Anlagen schützt und die Reinheit des Endprodukts verbessert. Käufer sollten nachfragen, wo die Magnete platziert werden (vor/nach den wichtigsten Zerkleinerungsschritten), wie sie gereinigt werden und welchen Grad an Stahlverunreinigung der Lieferant im Endprodukt nachweisen kann.
Wie kann ich die Kosten für Verschleißteile und die Ausfallzeiten einer Reifengranulieranlage abschätzen?
Fragen Sie Lieferanten nach der Standzeit der Schneidmesser und den Wechselintervallen der Siebe bei ähnlicher Reifenmischung und Ausgabegröße – nicht nach allgemeinen Schätzungen. Der Verschleiß hängt vom Reifentyp (Pkw vs. Lkw), der Verunreinigung (Sand, Drahtanteil) und der Zielkorngröße ab (feineres Granulat erfordert in der Regel mehr Schneidarbeit). Rechnen Sie daraus die geplante Ausfallzeit ab: Wie lange dauert ein Schneidmesserwechsel, wie viele Mitarbeiter werden benötigt und welche Hebezeuge sind erforderlich? Die “billigste Maschine” ist selten die kostengünstigste, wenn Ihr Team Schneidmesser und Siebe nicht schnell und sicher wechseln kann.
Gibt es neben der Maschine selbst noch weitere regulatorische oder sicherheitsrelevante Aspekte, die ich bei meiner Planung berücksichtigen sollte?
Ja. Staub und mangelnde Sauberkeit können zu Genehmigungs- und Sicherheitsproblemen führen, daher sollten Wartungsverfahren von Anfang an geplant werden. Für US-amerikanische Betriebe helfen die OSHA-Richtlinien zu Maschinenschutz und Lockout/Tagout (LOTO) dabei, Erwartungen an Schutzvorrichtungen, Verriegelungen und sichere Wartungsverfahren zu formulieren. Integrieren Sie Zugangspunkte und LOTO-Punkte in Ihre Gerätespezifikation, damit Sicherheit von vornherein in die Produktionslinie integriert und nicht informell gehandhabt wird. Legen Sie außerdem klare Verfahren für die Beseitigung von Störungen und den Messerwechsel fest. (OSHA: Maschinenschutz Und 29 CFR 1910.147 Lockout/Tagout)
Welche Endmärkte sollte ich in Betracht ziehen, bevor ich einen Reifengranulator kaufe?
Beginnen Sie mit Käufern in Ihrer Region und arbeiten Sie sich von dort aus zurück. Gängige Endverwendungen für Altreifen sind die Herstellung von Reifenbrennstoff, Anwendungen im Tiefbau und die Materialrückgewinnung für Gummiprodukte. Die Übersicht der US-Umweltschutzbehörde (EPA) zu Altreifen bietet einen hilfreichen Einstieg, um die Endverwendungskategorien und Programmüberlegungen zu verstehen. Branchenberichte erfassen zudem, wie Altreifenmengen in verschiedenen Märkten verwendet werden; beispielsweise veröffentlicht die USTMA Berichte zum Altreifenmanagement. Nutzen Sie diese Quellen, um Ihre Marktannahmen zu überprüfen, bevor Sie eine Granulieranlage dimensionieren. (Quellen: Überblick der US-Umweltbehörde (EPA) über Altreifen Und USTMA-Bericht 2023 über das Ende der Lebensdauer von Reifen, Seite)


