Kunststoffrecycling ist keine einheitliche Technologie, sondern ein Spektrum industrieller Verfahren, die gebrauchten Kunststoff wieder in nutzbaren Rohstoff umwandeln. Das richtige Verfahren hängt von der Art des verwendeten Kunststoffs, dem Verschmutzungsgrad und den Qualitätsansprüchen Ihrer Kunden ab.
In diesem Leitfaden erfahren Sie:
- Wie Kunststoffrecycling in realen Anlagen funktioniert
- Die vier wichtigsten Recyclingwege und wann welcher sinnvoll ist
- Die wichtigsten Prozessschritte zum Schutz der Ausgabequalität
- Ein praktischer Entscheidungsrahmen für die Auswahl der richtigen Streckenführung und Linienplanung
Kurzantwort: Wie werden Kunststoffe recycelt?
Kunststoffe werden in drei Kernphasen recycelt: Sammlung, Verarbeitung (Sortierung, Reinigung, Zerkleinerung und Reinigung) und Wiederaufbereitung in neue Produkte. In der Praxis wählen Recyclingunternehmen einen von vier Wegen –mechanisch, chemische, Auflösung (lösungsmittelbasiertes physikalisches Recycling), oder Organisches Recycling—basierend auf der Art des Kunststoffs und den Qualitätsvorgaben.
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Warum Sammlung und Sortierung Ihren Recyclinggewinn bestimmen
Der größte Irrglaube ist, dass “Recycling erst beim Extruder beginnt”. Tatsächlich beginnt der Erfolg beim Recycling bereits in der Produktionskette. Gleichbleibender Input führt zu gleichbleibendem Output – und genau dafür zahlen die Käufer.
Was kann bei minderwertigen Rohstoffen schiefgehen?
- Gemischte Polymere, die nicht schmelzen oder sich nicht sauber vermischen
- Hohe Feuchtigkeit (insbesondere bei Folien) führt zu instabiler Extrusion
- Etiketten, Klebstoffe, Papier, Sand und Metalle verursachen schwarze Flecken und Gele.
- Farbabweichungen, die den Endmarktwert mindern
Käufermentalität: Sortierung als Profitcenter betrachten
Selbst wenn Sie eine leistungsstarke Recyclinganlage planen, verbessert sich die Wirtschaftlichkeit Ihres Projekts, wenn Sie:
- Trennen Sie frühzeitig die wichtigsten Stoffströme (PET vs. HDPE vs. PP; Hart- vs. Folienmaterial; Natur- vs. Farbmaterial).
- Verunreinigungen vor der Schmelzverarbeitung entfernen.
- Feuchtigkeit und Feinstaub kontrollieren
Die 4 wichtigsten Wege des Kunststoffrecyclings
Nachfolgend finden Sie einen vereinfachten, auf den Käufer ausgerichteten Vergleich der vier Routen.
Mechanisches Recycling (am häufigsten)
Am besten geeignet für: saubere, sortierbare Thermoplaste (PET, HDPE, PP, viele LDPE/LLDPE-Folien nach ordnungsgemäßem Waschen/Trocknen)
Ausgabe: Flocken oder Pellets zur Wiederaufbereitung
Hauptbeschränkung: empfindlich gegenüber Verunreinigungen, Feuchtigkeit und Polymergemischen
Chemisches Recycling (Rohstoffe/Monomere)
Am besten geeignet für: bestimmte gemischte oder schwer mechanisch zu recycelnde Abfallströme, bei denen die Umwandlung wirtschaftlich sinnvoll ist
Ausgabe: Öl-/Gas-Rohstoffe oder Monomere (technologieabhängig)
Hauptbeschränkung: Wirtschaftlichkeit, Genehmigungen und Rohstoffkontrolle
Auflösungsrecycling (lösungsmittelbasiertes physikalisches Recycling)
Am besten geeignet für: Ausgewählte Polymere in gemischten Abfällen, wenn Reinheit und Additiventfernung von entscheidender Bedeutung sind
Ausgabe: gereinigtes Polymer (anschließend pelletiert)
Hauptbeschränkung: Lösungsmittelmanagement, Selektivität und Prozesskomplexität
Organisches Recycling (für kompostierbare/biologisch abbaubare Kunststoffe)
Am besten geeignet für: zertifizierte kompostierbare Kunststoffe in der richtigen organischen Abfallinfrastruktur
Ausgabe: Kompost/Biogas (systemabhängig)
Hauptbeschränkung: gilt nur für bestimmte Materialien und Anlagen, nicht für herkömmliche Kunststoffe.
Mechanisches Recycling: Schritt für Schritt (Was tatsächlich in einer Anlage passiert)
Mechanisches Recycling ist weit verbreitet, weil es stabile Rohstoffe in verkaufsfähige Pellets mit überschaubaren Betriebskosten umwandeln kann – vorausgesetzt, die Anlage ist so ausgelegt, dass Verunreinigungen und Feuchtigkeit kontrolliert werden.
Schritt 1: Sammlung
Das Material stammt aus Post-Consumer-Systemen, kommerziellen Quellen oder Industrieabfällen. Ziel ist es, zu verhindern, dass wertvolle Polymere sich “zu stark vermischen, um sie noch trennen zu können”.”
Käufertipp: Sauberere Ballen oder sauberere Industrieabfälle können die Pelletqualität und die Rentabilität sofort verbessern.
Schritt 2: Sortierung (nach Harzart, Farbe und Form)
Sortierung trennt:
- Kunststoffe aus Nicht-Kunststoffen (Papier, Metalle, organische Stoffe)
- Harztypen (PET, HDPE, PP, PS usw.).
- natürlich vs. gefärbt
- starre vs. filmbasierte Konstruktion
Warum es wichtig ist: Gemischte Harze mindern die Produktqualität und erhöhen die Extrusionsinstabilität.
Schritt 3: Waschen und Dekontamination
Durch Waschen wird entfernt:
- Schmutz, Speisereste, Öle
- Etiketten und Klebstoffe
- Staub, Feinstaub und andere Verunreinigungen
Realität für den Käufer: Die Waschqualität beeinflusst direkt Geruch, schwarze Flecken, Filterlebensdauer und Pelletkonsistenz.
Schritt 4: Größenreduzierung (Zerkleinern/Mahlen)
Durch das Zerkleinern/Mahlen entstehen gleichmäßige Flocken, die sich besser waschen, trennen und schmelzen lassen.
Qualitätsvorteil: Gleichmäßige Flocken verbessern die Trenneffizienz und stabilisieren die Extrusion.
Schritt 5: Sekundäre Trennung und Qualitätskontrolle
Hochleistungslinien erfordern zusätzliche Arbeitsschritte nach dem Waschen:
- Metallentfernung
- Dichtetrennung (sofern zutreffend)
- Flockensortierung für höhere Reinheit
Warum sich das lohnt: Höhere Reinheit erweitert Ihre Absatzmärkte und erhöht den Verkaufspreis.
Schritt 6: Extrusion und Granulierung
Aus Flocken werden durch kontrolliertes Schmelzen, Filtration, Entgasung und Pelletierung Pellets.
Hier entscheidet sich, ob die Pelletqualität gewonnen oder verloren geht.
- Schmelzfiltrationsstrategie (Siebpackungen, Rückspülung, kontinuierliche Filtration)
- Entgasungsleistung (Geruch, flüchtige Stoffe, Feuchtigkeit)
- Stabile Schmelztemperatur und stabiler Schmelzdruck
- Wahl des Pelletierverfahrens (Strang-, Wasserring-, Unterwasser-Pelletierverfahren – basierend auf Polymer und Durchsatz)
Chemisches Recycling: Wenn mechanische Verfahren nicht die beste Lösung sind
Chemisches Recycling beschreibt Technologien, die Kunststoffabfälle in chemische Rohstoffe oder Monomere umwandeln. Es kann das mechanische Recycling ergänzen, insbesondere bei Abfallströmen, die mit Verunreinigungen, mehrschichtigen Strukturen oder Polymergemischen zu kämpfen haben.
Gängige Verfahren für das chemische Recycling
- Umwandlungsprozesse (z. B. Pyrolyse/Vergasung): Aufspaltung von Kunststoffen in Kohlenwasserstoff-Rohstoffe
- Depolymerisation (technologieabhängig): bestimmte Polymere werden wieder in Monomere oder Basischemikalien zerlegt.
Käuferwarnung: Das chemische Recycling erfordert weiterhin eine Kontrolle der Rohstoffe. Erfolgreiche Projekte basieren auf einheitlichen Inputspezifikationen, einer sorgfältigen Vorverarbeitung und realistischen Geschäftsmodellen.
Auflösungsrecycling: Reinigung ohne Bruch der Polymerkette
Bei der Auflösung (lösungsmittelbasiertes physikalisches Recycling) wird ein Zielpolymer selektiv aufgelöst, Verunreinigungen werden abgetrennt, das Polymer wird zurückgewonnen und anschließend zu Granulat verarbeitet – ohne es in Monomere umzuwandeln.
Typischer Auflösungsablauf
- Vorsortierung und Vorbereitung
- Auflösung des Zielpolymers in einem kontrollierten Lösungsmittelsystem
- Filtration/Zentrifugation zur Entfernung unlöslicher Verunreinigungen
- Polymerrückgewinnung und Lösungsmittelrückgewinnung
- Extrusion und Granulierung
Bester Anwendungsfall: Wenn Sie eine wertvolle Polymerfraktion haben, die sich mit rein mechanischen Verfahren nur schwer reinigen lässt – und die Reinheitsanforderungen einen zusätzlichen Aufwand rechtfertigen.
Organisches Recycling: Für kompostierbare Kunststoffe in der richtigen Infrastruktur
Beim organischen Recycling wird eine mikrobiologische Behandlung unter aeroben (Kompostierung) oder anaeroben (Biogasierung) Bedingungen durchgeführt. Das Verfahren eignet sich für zertifizierte kompostierbare Materialien und erfordert geeignete Verarbeitungsbedingungen sowie eine entsprechende lokale Infrastruktur.
Praktischer Hinweis: Organisches Recycling ist keine Lösung für herkömmliche Kunststoffe wie PET, PP, HDPE oder typische LDPE-Folien.
Kaufentscheidungsleitfaden: So wählen Sie die richtige Recyclingroute
Wenn Sie eine Recyclinglinie planen, beginnen Sie mit diesen vier Fragen.
1) Was genau ist Ihr Rohstoff?
- Polymer(e): PET, HDPE, PP, LDPE/LLDPE-Folie, PS, PA (Nylon), PVC?
- Form: Flaschen, starr, Folie, Faser, gemischt?
- Verunreinigungen: Etiketten, Klebstoffe, organische Stoffe, Sand, Metalle?
- Feuchtigkeit: Nassballen oder gewaschene Flocken?
2) Welche Produkte müssen Sie verkaufen?
- Saubere Flocken für Wiederaufbereiter?
- Granulat für Spritzguss-/Extrusionskunden?
- Nahezu neuwertiges Aussehen im Vergleich zu Material gängiger Qualität?
3) Was ist Ihnen wichtiger: Qualität, Kosten oder Flexibilität?
- Beste Rentabilität für saubere Ströme: mechanisches Recycling
- Erweiterung der Rohstoffflexibilität in bestimmten Fällen: chemisches Recycling
- Zielgerichtete Gewinnung hochreiner Rohstoffe aus gemischten Abfällen: Auflösung
- Nur für zertifizierte kompostierbare Materialien und entsprechende Infrastruktur: Bio-Recycling
4) Was kauft Ihr lokaler Markt tatsächlich ein?
Ihr Endmarkt bestimmt Ihre Spezifikationen. Eine Produktionslinie, die “recycelte Pellets” herstellt, reicht nicht aus – Sie benötigen Pellets, die den Kundenanforderungen hinsichtlich Farbe, Geruch, Gelierung und Konsistenz entsprechen.

Warum wählen Energiecle für Kunststoffrecyclingmaschinen
Energycle unterstützt Käufer, die mehr als eine einzelne Maschine benötigen. Wir entwickeln Recyclinglösungen, die Ihre spezifischen Abfälle in stabile, marktfähige Produkte umwandeln – und zwar zuverlässig.
Was Sie mit Energycle erhalten
- Prozessorientiertes Anlagendesign: Wir passen die Anlagen an Ihre Rohstoffe und Ziele an.
- Qualitätsorientierte Integration: Waschen, Trennen, Trocknen, Extrudieren, Filtrieren, Granulieren
- Modulare Skalierbarkeit: Beginnen Sie mit einer Basislinie und erweitern Sie die Kapazitäts-/Reinheitsstufen.
- Praktische Unterstützung bei der Inbetriebnahme: Schnellerer Hochlauf dank klarer Betriebsanleitung
- Unterstützung bei der Erstellung exportfertiger Dokumentation: strukturierte Projektdokumentation für eine professionelle Installationsplanung
Nächster Schritt
Senden Sie uns Fotos Ihres Materials, die angestrebte Durchsatzmenge (kg/h) und die gewünschte Ausbringungsmenge (Flocken oder Pellets). Wir empfehlen Ihnen den optimalen Prozessablauf und die passende Anlagenkonfiguration.
Häufig gestellte Fragen
Welche Kunststoffe lassen sich am einfachsten recyceln?
Kunststoffe, die sich gut sortieren lassen und starke Absatzmärkte haben, sind in der Regel am einfachsten in großem Maßstab zu recyceln. In vielen Regionen betrifft dies PET- und HDPE-Verpackungen sowie bestimmte PP-Hartplastikarten, sofern eine Sortierung möglich ist.
Warum können nicht alle Kunststoffe mechanisch recycelt werden?
Mechanisches Recycling funktioniert am besten, wenn das Ausgangsmaterial einheitlich und kompatibel ist. Gemischte Polymere, mehrschichtige Verpackungen, starke Verunreinigungen und hohe Feuchtigkeit mindern die Pelletqualität und können die Verarbeitung ohne aufwändige Vorbehandlung unwirtschaftlich machen.
Ist chemisches Recycling besser als mechanisches Recycling?
Nicht “besser” – anders. Mechanisches Recycling ist effizient für saubere, sortierbare Kunststoffe und bleibt der gängigste Weg. Chemisches Recycling kann bestimmte, schwer mechanisch zu recycelnde Kunststoffströme verarbeiten, erfordert aber in der Regel strengere Rohstoffkontrollen und ist wirtschaftlich nicht praktikabel.
Was versteht man unter Auflösungsrecycling in einfachen Worten?
Bei der Auflösungsrecyclingmethode wird ein Zielpolymer mithilfe eines Lösungsmittels selektiv aufgelöst, Verunreinigungen werden durch Trennschritte entfernt, das Polymer wird dann zurückgewonnen und zu Granulat weiterverarbeitet – mit dem Ziel einer höheren Reinheit, ohne es in Monomere umzuwandeln.
Was sind die wichtigsten Schritte einer mechanischen Recyclinganlage?
Die meisten mechanischen Recyclinganlagen folgen diesem Ablauf: Sortieren → Zerkleinern/Mahlen → Waschen → Trennen → Trocknen → Extrudieren und Granulieren, wobei während des gesamten Prozesses Qualitätskontrollpunkte vorhanden sind.
Welche Informationen sollte ich vorbereiten, bevor ich ein Angebot anfordere?
Vorbereiten:
- Klare Fotos/Videos Ihres Ausgangsmaterials (vor und nach dem Zerkleinern, falls vorhanden)
- Geschätzter Durchsatz (kg/h)
- Verunreinigungen (Etiketten, organische Stoffe, Sand, Metalle, Feuchtigkeit)
- Zielausbeute (Flocken oder Pellets) und etwaige Qualitätsanforderungen
- Verfügbare Fabrikfläche und Versorgungseinrichtungen (Strom, Wasser, Druckluft)
Kann eine Produktionslinie sowohl starre Kunststoffe als auch Folien verarbeiten?
Manchmal gelingt dies, aber nicht immer effizient. Folien erfordern in der Regel intensivere Wasch- und Trocknungsprozesse sowie eine angepasste Handhabung, um Feuchtigkeit und Brückenbildung zu kontrollieren. Viele Abnehmer entscheiden sich für modulare Systeme oder separate Produktionsbereiche, um eine gleichbleibende Produktionsleistung zu gewährleisten.
Wie kann ich die Pelletqualität am meisten verbessern?
Konzentrieren Sie sich auf drei Hebel:
- Bessere Sortierung und Schadstoffentfernung
- Starke Wasch- und Feuchtigkeitskontrolle
- Angemessene Filtration/Entgasung und stabile Extrusionsbedingungen


