Das Recycling von Hartkunststoffen ist kein einheitlicher Prozess. Die “richtige” Vorgehensweise hängt davon ab, aus welcher Branche der Abfall stammt und was der Abnehmer am anderen Ende erwartet (gewaschene Flocken vs. Granulat, Geruchsgrenzwerte, Polymerreinheit, Rückverfolgbarkeit).
Dieser Leitfaden erläutert, wo sich Anlagen zur starren Wiederverwertung je nach Anwendungsbereich unterscheiden – und worauf Anlagenleiter und Einkäufer vor der Spezifizierung einer Anlage achten sollten.
Im Wesentlichen verwenden die meisten starren Recyclingsysteme die gleichen Bausteine: – Größenreduzierung (Zerkleinern und/oder Granulieren) – Waschen und Trennen (Entfernen von Etiketten, Ölen, Schmutz und falschen Polymeren) – Trocknen (Feuchtigkeitskontrolle) – Pelletieren (optional, wenn der Markt Pellets verlangt)
Energycle's Wäscheleine aus Hartkunststoff für PP, HDPE, PVC ist ein guter Bezugspunkt für den “Kern”-Maschinensatz, aber jede der unten aufgeführten Branchen erfordert in der Regel zusätzliche Schritte.
1) Kunststoffe für die Automobilindustrie: Lacke, Einsätze und Mischpolymere
Kunststoffe im Automobilbereich weisen zwei häufige Probleme auf: Beschichtungen (Lack, Soft-Touch-Schichten) und integrierte Bauteile (Clips, Halterungen, Kabel). Werden diese vernachlässigt, führt dies zu unschönen Abplatzungen und instabilen Extrusionsergebnissen.
Wo die Linie üblicherweise abweicht: – Aggressive Entmetallisierung: Magnete und Metalldetektion vor und nach der Größenreduzierung. Oberflächenreinigung: Reibungswäsche zur Entfernung von Schmutz und einigen Beschichtungen; die Farbentfernung kann je nach Produktspezifikation zusätzliche mechanische Schritte erfordern. Sortierstrategie: Eine NIR-/Farbsortierung kann erforderlich sein, wenn mehrere Polymere vorhanden sind (PP, ABS, PC/ABS, PA).
Gemeinsame Ausgangsausstattung: – Kunststoffschredder Für sperrige Teile (Stoßstangen, Batteriegehäuse, Innenausstattung) – Waschen/Trennung nach Öl-, Straßenschmutz- und Etikettenresten
Hinweis zur Regulierung: In der EU unterliegen Altfahrzeuge der Altfahrzeugrichtlinie (2000/53/EG), die ein Grund für höhere Recyclingerwartungen und eine bessere Materialkontrolle ist.
2) Elektronik und Elektroschrott (WEEE): Flammschutzmittel und Polymer-ID
Kunststoffe aus Elektroschrott können wertvoll sein (HIPS, ABS, PC/ABS), enthalten aber häufig Flammschutzmittel und eine Vielzahl von Polymeren. Die wichtigste Entscheidung betrifft oft die Sortierung, nicht das Zerkleinern.
Wo die Linie üblicherweise abweicht: – Präzisere Polymeridentifizierung: Optische Sortierung (NIR) und/oder elektrostatische Trennung können zur Verbesserung der Polymerreinheit eingesetzt werden, wenn eine Dichtetrennung allein nicht ausreicht. Staub- und Feinstaubkontrolle: Kunststoffe aus Elektroschrott können spröde sein; unsachgemäße Messerführung erhöht die Staubentwicklung und den Ertragsverlust. Anforderungen an die nachgelagerte Abnahme: Ihr Käufer kann die Verwendung bestimmter Substanzen und die erforderliche Dokumentation einschränken.
Wenn Ihr Projekt vor der Kunststoffverwertung (z. B. bei kompletten Haushaltsgeräten) beginnt, sollten Sie Sortieroptionen wie die folgenden in Betracht ziehen: MSW-Sortiermaschinen als Teil des Gesamtsystemdesigns.
Hinweis zur Regulierung: In der EU werden Elektro- und Elektronikaltgeräte durch die WEEE-Richtlinie (2012/19/EU) geregelt.
3) Bauarbeiten: PVC- und HDPE-Rohre sowie Baustellenverunreinigung
Bauschutt ist oft sperrig und verschmutzt. Die technische Frage ist nicht, ob er zerkleinert werden kann, sondern wie viel Erde, Sand und gemischtes Material täglich anfällt.
Recycling von HDPE- und PVC-Rohren
Spezielle Arbeitsabläufe bei Rohrleitungen konzentrieren sich typischerweise auf die sichere Handhabung langer Rohrabschnitte und die Verschleißminderung durch Schmutz.
Wo die Linie üblicherweise abweicht: – Eingabeformat: Rohrgeeignetes Zerkleinern/Granulieren zur Reduzierung des Vorschneidaufwands. Tragestrategie: Abrasive Verunreinigungen erhöhen den Verschleiß von Messern, Sieben und Auskleidungen. PVC-spezifische Downstream-Prozesse: Bei einigen PVC-Anwendungen wird die Pulverherstellung (Pulverisierung) der wiederholten Schmelzverarbeitung vorgezogen, abhängig vom Endverwendungszweck und der Mischungsstrategie.
4) Logistikverpackung: Paletten, Kisten und IBCs
Mehrwegtransportbehälter (Paletten, Kisten, IBC-Käfige/-Auskleidungen) eignen sich gut als Rohstoff, da die verwendeten Kunststoffe oft einheitlich sind (HDPE oder PP). Die Hauptprobleme stellen Produktreste, Öle und Etiketten dar.
Kreislauflogistikmodelle
Viele Operationen folgen einem einfachen Ablauf: 1. Waschen und mahlen 1. Etiketten und Rückstände entfernen. 2. Trocken um zu verhindern, dass Wasser in das Extrusionsmaterial gelangt. 3. Pelletieren wenn die nachgelagerte Formanlage eine stabile Dosierung und ein gleichmäßiges Schmelzverhalten benötigt.
5) Medizinische und gesundheitliche Kunststoffe: Saubere Produktionsströme, Rückverfolgbarkeit und Sicherheit
Medizinische Kunststoffe können attraktiv sein, da viele Materialströme aus der Nachindustrie stammen (Angusskanäle, Verteilerrohre, Ausschussteile) und relativ sauber sind. Die Einschränkungen sind in der Regel eher verfahrenstechnischer als mechanischer Natur.
Wo die Linie üblicherweise abweicht: – Strenge Trennung: Die verschiedenen Stoffströme (PP vs. ABS vs. PC) sollten getrennt gehalten werden, um Kreuzkontaminationen zu vermeiden. Dokumentierte Handhabung: Die Nachweiskette und die Materialidentifizierung können genauso wichtig sein wie die Partikelgröße. Dekontamination: Bei Altmaterialien können die Anforderungen je nach Region und Anwendung variieren. Viele Recyclingunternehmen konzentrieren sich zunächst auf medizinische Kunststoffe aus industriellen Abfällen, um das Risiko der Nichteinhaltung von Vorschriften zu minimieren.
| Industrie | Schlüsselmaterial | Herausforderung beim Primärrecycling | Recyclinglösung |
|---|---|---|---|
| Automobilindustrie | TPO, ABS, PP | Lack und Metalleinsätze | Reibungswäsche und magnetische Trennung |
| Elektronik | HIPS, ABS, PC | Flammschutzmittel und Zusatzstoffe | Polymeridentifizierung und -trennung abgestimmt auf das Gemisch |
| Konstruktion | PVC, HDPE | Sperriges Format und Bodenverunreinigung | Horizontale Rohrzerkleinerer und -pulverisierer |
| Logistik | HDPE, PP | Etiketten und Restinhalte | Heißwäsche und Zentrifugaltrocknung |
| Medizinisch | PP, ABS, PC | Trennung und Dokumentation | Kontrollierte Ströme + Reinigung + Qualitätskontrollen |
Was Käufer angeben sollten (bevor sie Angebote anfordern)
Für vorhersehbare Ergebnisse sollten Sie folgende Punkte im Voraus festlegen: – Liste der eingehenden Materialien (Polymerarten, Beschichtungen, Metallgehalt, Verschmutzungsgrad) – Zielprodukt (gewaschene Flocken vs. Pellets) und vorgesehene Endverwendungen – Durchsatz (kg/h) und Betriebsschichten – Betriebsmittel und Einschränkungen (Wasseraufbereitung, Abwassergrenzwerte, Stromversorgung) – Qualitätskontrollplan (Feuchtigkeit, visuelle Kontamination, Polymeridentifizierung, Schmelzfluss, falls erforderlich)
Referenzen
- EU-Altfahrzeugrichtlinie (2000/53/EG): offizieller Text
- EU-WEEE-Richtlinie (2012/19/EU): offizieller Text
- Energycle – Recyclinglösungen
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